LiPo-Akku richtig laden, lagern und entsorgen
LiPo-Akkus liefern viel Energie bei wenig Gewicht. Deshalb stecken sie in fast jeder Drohne. Sie verlangen aber einen sorgfältigen Umgang. Wer einige Grundregeln beim Laden, Lagern und Entsorgen beachtet, fliegt sicherer und hat länger Freude an seinen Akkus.
Was einen LiPo-Akku ausmacht
LiPo steht für Lithium-Polymer. Ein Akku besteht aus einer oder mehreren Zellen. Die Zellenzahl wird mit einem S angegeben, zum Beispiel 1S, 4S oder 6S. Jede Zelle hat eine Nennspannung von 3,7 Volt und ist voll geladen bei 4,2 Volt. Spezielle Hochvolt-Akkus werden etwas höher geladen, das steht auf dem Akku. Die Kapazität in mAh sagt, wie viel Energie der Akku speichert. Die C-Rate beschreibt, wie viel Strom er abgeben kann. Akkus mit mehreren Zellen haben einen zusätzlichen Balancer-Stecker, über den jede Zelle einzeln überwacht wird. Für Ihre Drohne zählt vor allem, dass Zellenzahl, Stecker und Grösse passen. Ein Akku mit zu vielen Zellen kann Motoren und Elektronik überlasten.
Richtig laden
- Verwenden Sie ein Ladegerät für LiPo-Akkus mit Balancer-Funktion und schliessen Sie den Balancer-Stecker immer an.
- Stellen Sie Zellenzahl und Akkutyp korrekt ein. Ein falscher Wert kann den Akku überladen.
- Laden Sie nur unter Aufsicht, nie über Nacht und nie unbeaufsichtigt im Auto.
- Legen Sie den Akku zum Laden in eine feuerfeste Akkutasche auf eine nicht brennbare Unterlage.
- Prüfen Sie vor dem Laden, ob Kabel, Stecker und Hülle unbeschädigt sind.
- Halten Sie brennbare Gegenstände wie Papier oder Stoff vom Akku fern.
- Laden Sie mit dem empfohlenen Ladestrom. Im Zweifel ist ein niedriger Strom schonender.
- Lassen Sie einen warmen Akku nach dem Flug erst abkühlen, bevor Sie ihn laden.
Nicht zu tief entladen
Fliegen Sie einen Akku nicht bis zum letzten Rest leer. Eine zu tiefe Entladung schadet den Zellen dauerhaft. Viele Flugcontroller zeigen die Spannung im Videobild an. Landen Sie, wenn die Spannung pro Zelle deutlich sinkt. Ein kleiner Spannungsprüfer zeigt Ihnen nach dem Flug, wie viel noch in jeder Zelle steckt. Auch einfache Drohnen warnen oft mit Blinken oder einem Signal. Nehmen Sie diese Warnung ernst und landen Sie sofort. Bei Kälte sinkt die Spannung schneller. Planen Sie im Winter deshalb kürzere Flüge ein.
Lagern mit Lagerspannung
Wenn Sie einen Akku mehrere Tage nicht brauchen, lagern Sie ihn mit Lagerspannung. Das sind rund 3,8 Volt pro Zelle. Viele Ladegeräte haben dafür eine eigene Funktion, die den Akku auf diesen Wert bringt. Voll geladene Akkus altern beim Lagern schneller und können sich aufblähen. Lagern Sie Akkus trocken, bei Zimmertemperatur und geschützt vor Sonne. Eine feuerfeste Tasche oder Box ist auch dafür geeignet. Halten Sie Akkus von Kindern fern. Für den Transport gilt dasselbe: Lagerspannung, feuerfeste Tasche, geschützte Kontakte. Lassen Sie Akkus nie im heissen Auto liegen. Passendes Zubehör finden Sie unter Akku-Zubehör.
Warnzeichen erkennen
- Der Akku ist aufgebläht oder fühlt sich weich an.
- Die Hülle ist eingerissen, eingedrückt oder die Kabel sind beschädigt.
- Der Akku wird beim Laden ungewöhnlich heiss.
- Eine Zelle weicht deutlich von den anderen ab.
- Nach einem harten Absturz ist der Akku verformt.
- Der Akku riecht ungewöhnlich oder verliert auffallend schnell an Leistung.
Was tun mit beschädigten Akkus?
Ein beschädigter oder aufgeblähter Akku wird nicht mehr geladen und nicht mehr geflogen. Lagern Sie ihn in einer feuerfesten Tasche an einem sicheren Ort, entfernt von brennbaren Materialien. Wird ein Akku beim Laden heiss oder beginnt er zu rauchen, trennen Sie das Ladegerät nur, wenn das gefahrlos möglich ist. Halten Sie Abstand und rufen Sie im Notfall die Feuerwehr über 118. Versuchen Sie nie, einen Akku zu öffnen oder zu reparieren. Ein Akku, der einen harten Aufprall hatte, sollte einige Zeit an einem sicheren Ort beobachtet werden, bevor Sie ihn wieder laden.
Richtig entsorgen
Alte und beschädigte LiPo-Akkus gehören nicht in den Hausmüll. Bringen Sie sie zu einer Sammelstelle für Batterien und Akkus. Solche Rückgabestellen gibt es in vielen Geschäften, die Batterien verkaufen, sowie in Entsorgungshöfen. Kleben Sie vor der Rückgabe die Kontakte und Stecker mit Klebeband ab, damit kein Kurzschluss entsteht. Auch Akkus aus Fernsteuerungen und Brillen gehören zur Sammelstelle. Ein neuer Akku in der passenden Grösse findet sich unter LiPo-Akkus.
Häufige Fragen
Wie lange hält ein LiPo-Akku?
Das hängt von der Belastung und der Pflege ab. Wer nicht zu tief entlädt und mit Lagerspannung lagert, kann einen Akku deutlich länger nutzen.
Darf ich einen leicht aufgeblähten Akku noch fliegen?
Nein. Ein aufgeblähter Akku ist beschädigt. Nutzen Sie ihn nicht mehr und bringen Sie ihn zur Sammelstelle.
Brauche ich ein spezielles Ladegerät?
Ja. Verwenden Sie ein Ladegerät, das für LiPo-Akkus und die Zellenzahl Ihres Akkus geeignet ist. Siehe Ladegeräte.
Kann ich Akkus im Winter draussen lassen?
Lagern Sie Akkus bei Zimmertemperatur. Kalte Akkus liefern weniger Leistung. Wärmen Sie sie vor dem Flug auf Raumtemperatur auf.
Allgemeine Hinweise ohne Gewähr. Gehen Sie mit LiPo-Akkus, rotierenden Propellern und Elektronik sorgfältig um und beachten Sie die Herstellerangaben sowie die Vorschriften für Drohnenflüge in der Schweiz.







