Welche Drohne für Einsteiger? Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Die Auswahl an Drohnen ist gross, und für den Anfang ist nicht jedes Modell gleich gut geeignet. Entscheidend ist, was Sie vorhaben: ruhige Aufnahmen aus der Luft, etwas Flugspass im Garten oder später schnelle FPV-Flüge. Dieser Ratgeber zeigt, welche Funktionen den Einstieg erleichtern und worauf Sie vor dem Kauf achten sollten.
Zuerst klären: Wofür möchten Sie fliegen?
Stellen Sie sich vor dem Kauf eine einfache Frage: Was möchten Sie mit der Drohne machen? Kamera-Drohnen sind auf ruhiges Fliegen ausgelegt. Sie halten mit Hilfe von Sensoren ihre Höhe und oft auch ihre Position. Kleine Spass-Drohnen sind leicht, robust und eignen sich zum Üben in der Halle oder bei Windstille draussen. FPV-Drohnen steuern Sie über eine Videobrille aus der Sicht der Drohne. Sie sind wendig, verlangen aber deutlich mehr Übung. Wenn Sie unsicher sind, beginnen Sie mit einem einfachen, kleinen Modell. So lernen Sie die Grundlagen, ohne viel zu riskieren. Auch der Preis spielt eine Rolle: Für die ersten Schritte genügt meist ein günstiges Modell. Eine Auswahl finden Sie unter Einsteiger-Drohnen.
Funktionen, die den Einstieg erleichtern
- Höhenhaltung: Die Drohne bleibt auf gleicher Höhe, wenn Sie den Gashebel loslassen. Das entlastet beim Lernen spürbar.
- Start und Landung per Tastendruck: Ein Knopf genügt, und die Drohne hebt kontrolliert ab oder setzt auf.
- Kopflos-Modus: Die Steuerrichtung bleibt gleich, egal wohin die Nase der Drohne zeigt. Praktisch für die ersten Flüge, später sollten Sie ohne ihn fliegen lernen.
- Geschwindigkeitsstufen: Eine langsame Stufe gibt Ihnen Zeit zum Reagieren.
- Rückkehrfunktion: Bei Modellen mit GPS kann die Drohne je nach Modell zum Startpunkt zurückfliegen. Verlassen Sie sich trotzdem nicht allein darauf.
- Propellerschutz: Ringe um die Propeller schützen bei leichten Berührungen Möbel, Pflanzen und die Drohne selbst.
Grösse und Gewicht
Kleine Drohnen sind ideal für drinnen und für erste Versuche. Ein Zusammenstoss richtet weniger Schaden an, und das Gerät ist schnell eingepackt. Dafür reagieren sie empfindlicher auf Wind. Grössere Drohnen liegen draussen ruhiger in der Luft, brauchen aber mehr Platz und mehr Sorgfalt. Faltbare Modelle lassen sich gut transportieren und passen in eine kleine Tasche, siehe faltbare Drohnen. Überlegen Sie ausserdem, wo Sie die Drohne aufbewahren und wie Sie sie transportieren. Eine stabile Tasche schützt Propeller und Kamera unterwegs. Beachten Sie die Vorschriften für Drohnenflüge in der Schweiz, bevor Sie draussen starten.
Akku und Flugzeit realistisch einschätzen
Die Flugzeit hängt vom Modell, vom Wind, von der Temperatur und von Ihrer Flugweise ab. Bei kleinen Drohnen sind es oft nur wenige Minuten pro Akku, bei grösseren Modellen je nach Bauart etwas mehr. Planen Sie deshalb zwei oder drei Akkus ein. So können Sie eine Übungseinheit am Stück fliegen. Achten Sie darauf, dass passende Ersatzakkus erhältlich sind. Wie Sie LiPo-Akkus sicher behandeln, lesen Sie im Ratgeber LiPo-Akku richtig laden, lagern und entsorgen.
Ersatzteile und Reparatur
Zum Lernen gehören kleine Abstürze. Am häufigsten gehen Propeller kaputt, gefolgt von Propellerschutz und Gehäuseteilen. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Ersatzpropeller und Akkus für das Modell zu bekommen sind. Ein Set Ersatzpropeller sollte von Anfang an im Koffer liegen. Ein kleiner Schraubendreher hilft beim Wechsel. Wer von Beginn an mit Ersatzteilen plant, verliert nach einem kleinen Missgeschick keinen ganzen Flugtag. Einzelteile finden Sie unter Ersatzteile für Kamera-Drohnen.
Fernsteuerung oder Smartphone?
Viele einfache Drohnen werden mit einer kleinen Fernsteuerung geliefert, manche zusätzlich oder ausschliesslich per Smartphone-App bedient. Eine echte Fernsteuerung mit zwei Steuerknüppeln gibt Ihnen ein besseres Gefühl für die Bewegungen. Wer später auf FPV umsteigen möchte, gewöhnt sich so früh an die übliche Belegung der Knüppel. Eine Halterung für das Smartphone an der Fernsteuerung ist praktisch, wenn Sie das Kamerabild sehen möchten. Achten Sie auch darauf, wie die Fernsteuerung mit Strom versorgt wird. Manche nutzen Batterien, andere einen eingebauten Akku, der per USB geladen wird. Prüfen Sie vor jedem Flug den Ladestand der Fernsteuerung, nicht nur den der Drohne.
Ihre ersten Flüge
- Wählen Sie eine freie Fläche ohne Menschen, Tiere, Strassen und Stromleitungen.
- Fliegen Sie bei Windstille und trockenem Wetter.
- Laden Sie die Akkus vollständig und kontrollieren Sie die Propeller vor jedem Start.
- Behalten Sie die Drohne immer in Sichtweite.
- Üben Sie zuerst das ruhige Schweben auf Augenhöhe, dann einfache Bewegungen vor und zurück.
- Berühren Sie die Drohne erst, wenn die Propeller still stehen.
Häufige Fragen
Brauche ich für den Anfang eine Drohne mit Kamera?
Nicht unbedingt. Zum Lernen genügt eine kleine Drohne ohne Kamera. Wenn Sie vor allem Bilder machen möchten, ist ein ruhig fliegendes Kamera-Modell sinnvoll.
Wie viele Akkus sollte ich haben?
Zwei bis drei Akkus sind für den Anfang eine gute Wahl. So bleibt genug Zeit zum Üben, während ein Akku abkühlt oder lädt.
Ist eine GPS-Drohne für Anfänger besser?
GPS hilft beim Halten der Position im Freien. Drinnen funktioniert es nicht. Grundkenntnisse im Steuern brauchen Sie in jedem Fall.
Allgemeine Hinweise ohne Gewähr. Gehen Sie mit LiPo-Akkus, rotierenden Propellern und Elektronik sorgfältig um und beachten Sie die Herstellerangaben sowie die Vorschriften für Drohnenflüge in der Schweiz.







